30 Tonnen kontaminiertes Material für die industrielle Produktion beschlagnahmt
Mailand – Dreißig Tonnen Edelstahl, kontaminiert mit Kobalt-60, einem radioaktiven Isotop mit hoher Strahlungsintensität und einer Halbwertszeit von sechs Jahren, wurden vom Umweltkommando der Carabinieri beschlagnahmt.
Das Material war in mehreren italienischen Provinzen verteilt worden, darunter Brindisi, Campobasso, Treviso, Mailand, Lucca, Frosinone, Latina und Mantua.
Die von der Staatsanwaltschaft Parma koordinierten Ermittlungen bestätigten, dass das radioaktive Material aus China stammte und über den Hafen von La Spezia nach Italien gelangte.
Das Metall war für die Herstellung industrieller Bauteile vorgesehen – etwa Riemenscheiben, Absaughauben, Behälter und Trichter – und hätte ein Risiko für Arbeitnehmer und Umwelt darstellen können. Direkte Gefahren für die Bevölkerung wurden jedoch ausgeschlossen.
Die beschlagnahmte Charge war Teil einer größeren Lieferung von rund 350 Tonnen Stahl, die im Mai im Handelshafen von La Spezia eintraf und der chinesischen Firma Tysco gehörte.
Ein Teil des Materials war bereits an italienische Unternehmen verkauft und verarbeitet worden, da die Kontamination zunächst nicht erkannt worden war. Die restlichen Bestände wurden gestoppt und überprüft, wobei eine teilweise Kontamination mit Kobalt-60 festgestellt wurde.
Die Analysen ergaben, dass das Metall für verschiedene Industriezweige bestimmt war, darunter Lüftungsanlagen, Hauben und Metallkonstruktionen.
Nach Angaben der Ermittler ist die Kontamination wahrscheinlich auf ein unbeabsichtigtes Ereignis zurückzuführen: Bei der Schmelze von Metallschrott könnte radioaktives Material aus einer sogenannten „verwaisten Quelle“ eingebracht worden sein – also aus einer Strahlenquelle, die der behördlichen Kontrolle entzogen war.
Italien ist nach Deutschland der zweitgrößte Importeur von Metallschrott in Europa, was kontinuierliche radiometrische Kontrollen in Häfen und Verarbeitungsbetrieben unerlässlich macht.
Aus diesem Grund überprüft Italiana Robot importierte Materialien – sowohl aus dem Ausland als auch aus dem Inland – mithilfe eines Geigerzählers.
Ein Geigerzähler ist ein spezielles Gerät zur Erfassung von Strahlung in einem bestimmten Bereich. Das Kontaminationsniveau wird auf einem digitalen Display angezeigt, zusammen mit einer Textanzeige, die das Radioaktivitätsrisiko (niedrig / mittel / hoch) angibt.
Der gemessene Wert wird in drei verschiedenen Einheiten angezeigt:
1) Sievert pro Stunde (Sv/h)
2) Impulse pro Minute (CPM)
3) Röntgen pro Stunde (R/h)
Das Gerät verfügt außerdem über Flash-Speicher, ein WLAN-Modul sowie eine Software zur vollständigen Anpassung der grafischen Benutzeroberfläche.